Mittwinterfeste

Unzählige Traditionen und Winterbräuche haben es geschafft bis in unsere heutige Zeit zu überleben. Schon die vorchristlichen Kulturen, die Germanen Kelten und Römer haben dieser Zeit eine ungeheure Bedeutung beigemessen. Damals galt die Wintersonnenwende um den 21. Dezember, die längste Nacht des Jahres, als etwas Besonderes, das es zu feiern galt. Es war der Tag an dem die Sonne wiedergeboren wird, denn fortan würde das Licht Tag für Tag an Kraft gewinnen bis sie zur Sommersonnenwende wieder ihren Höhepunkt erreichen würde.

Auch hier müssen wir uns der Tatsache bewusst werden, dass Mensch und Natur in früheren Zeiten eine Einheit waren, ohne die lebensspendende Kraft der Sonne war an ein Leben nicht zu denken. Kein Wunder also, dass die Sonnenwende ein freudiger Moment war, denn sie galt als Versprechen, dass das Licht und somit das Leben von nun an, wenn auch noch nicht deutlich sichtbar, wieder zurückkehren würde. Für die alten Germanen war dies deshalb die Zeit der Weihnachten, der geweihten Nächte. Im Gegensatz zum englischen Ausdruck „Christmas“, bei dem klar die Verbindung zu Christus zu erkennen ist, finden wir in der deutschen Sprache nach wie vor die ursprüngliche Meinung des Festes. Es sind die gesegneten Tage, die Zeit in der uns der Geist der geweihten Nächte, der mit der Zeit die verschiedensten Namen trug, den Segen fürs kommende Jahr bringt.

Für die Römer galt die Sonnenwende als Fest des Sol Invictus (Unbesiegte Sonne) und bei den Skandinavier hiess das Fest ganz einfach Jul, wie in Schweden übrigens auch heute noch die Zeit der Weihnacht genannt wird. Sogar das berühmte Stonehenge in Grossbritannien ist nach dem Stand der Sonne ausgerichtet, so dass die Sonnenwende schon in früherer Zeit mit dessen Hilfe bestimmt werden konnte.

BRÄUCHE UND TRADITIONEN ZUR WEIHNACHTSZEIT
Nebst dem offensichtlichen Brauch der Kerzen, die das Sonnen- und Lebenslicht darstellen, ist es auch Tradition sich während dieser Zeit andere Lebenssymbole ins Haus zu holen. Für unsere von einem animistischen Weltbild geprägten Ahnen waren Bäume heilige und durchaus beseelte Wesen. Bei den Kelten zum Beispiel wurden zur Winterzeit vor allem Efeu und Mistel ins Heim gebracht um den "Segen" ins Haus zu holen. Die Germanen hingegen verehrten vor allem die immergrünen Zweige der Tannenbäume, denn sie galten als Symbol des grossen Weltenbaumes, der bei ihnen „Yggdrasil“ genannt wurde und bei den Kelten „Tree of Life“. Schon immer hatte jedes Tier, jede Pflanze, ja sogar jeder Stein seine ganz eigene Seele oder besser gesagt (Lebens-)Energie. Kein Wunder also, holte man sich zu bestimmten Festen diese ganz besondere Energie ins Haus, oder brauchte für jeden Zauber, der gewebt werden sollte, ein ganz spezielles Kraut.

Allerdings sind wir uns wohl durchaus bewusst, dass nicht jede Tradition seine ursprüngliche Form beibehalten hat. Viele wurden verändert, versteckt unter einem christlichen Mantel, oder sonst wie für die moderne Welt angepasst. Sich den Weihnachtsbaum ins Haus zu holen zum Beispiel und ihn mit Äpfeln zu behängen, wurde Belegen zufolge erst im Jahre 1600 durch die Christliche Kirche bekannt, die die alten heidnischen Bräuche damit unterbinden wollten - was, wie man heute sieht, jedoch nur bedingt gelang. Der Adventskranz hingegen trägt diese ursprüngliche Symbolik viel eher mit sich. In ihm sind die immergrünen Zweige mit dem Lebenslicht in einem Kreis verbunden, ein Symbol, dass den Ewigen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt darstellt.

Während der nächsten Wochen werde ich immer mal wieder von den vielen Winterbräuchen erzählen, die wir heute noch kennen und auch über das eine oder andere  fast Vergessene. Habt einen zauberhaften Start in den Dezember.

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